Evangelische Pfarrkirche und ehemalige Stiftskirche St.
Peter
Beherrschend erhebt sich in der Ortsmitte von Bacharach
am Rhein die evangelische Pfarrkirche und ehemalige Stiftskirche St. Peter. Sie gilt als
eines der großartigsten Bauwerke der rheinischen Spätromanik. Erbaut wurde die
Peterskirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts anstelle einer Vorgängerkirche
aus dem 11. Jahrhundert, von der noch Mauerwerkreste im Ostteil des heutigen Gotteshauses
vermutet werden.
Der Außenbau
Die evangelische Peterskirche ist eine romanische dreischiffige
Emporenbasilika. Ihr harmonisch und geschlossen wirkender Baukörper weist aber auch
bereits Stilelemente der Übergangszeit zur Gotik auf.
Dominierend wirkt der in das Langhaus einspringende Westtum. Sein
zinnenbekröntes, spätgotisches Obergeschoss stammt aus dem Jahre 1478. Es vermittelt den
Eindruck einer gewissen Wehrhaftigkeit. Nach oben abgeschlossen wird der Turm durch eine
schlanke, achtseitige Dach-Pyramide. Der Westturm ist so breit wie das Mittelschiff. Die
Seitenschiffjoche daneben sind erhöht.
An das nicht vortretende Querhaus schließt sich im Osten eine
halbkreisförmige Apsis an, die von zwei runden Chortürmen flankiert wird. Chor und
Querhaus sind bedeutend niedriger als das Mittelschiff.
Bemerkenswert ist das an der Südseite angebrachte Dreieckserkerchen. Es
diente dem nebenan gelegenen Friedhof as Totenleuchte. Von den ehemals zwei Eingängen auf
der Südseite führt heute nur noch ein niedriges Portal ins Innere der Kirche. Das
Spitzbogenportal wird auf beiden Seiten von Säulenpaaren mit figürlichen Kapitellen
flankiert.
Der Innenbau
Im Innern der Peterskirche führen vom Langhaus
sechs Stufen hinauf zum Chor. Unter dem befinden sich stollenartige Räume, die jedoch vom
Innern der Kirche aus nicht zugänglich sind. Welche Funktion sie in früherer Zeit
erfüllten, ist ungeklärt. Möglicherweise könnten sie als Beinhaus gedient haben.
Das Langhaus ist bei einer Höhe von 17 m nur 11 m lang. Dies hat seinen
Grund in der Enge des Baugrundes. Wie bei so vielen Kirchenbauten im Mittelrheintal war
man auch in Bacharach darauf angewiesen, die enge Lage
zwischen Berghang und Rheintalstraße zu nutzen. Die meisten Gewölbe sind spätromanisch.
Die Emporen sind über zwei Treppen zugänglich.
Seine heutige Ausmalung erhielt das Gotteshaus im Zuge der Restaurierung
in den Jahren 1968 bis 1970. Dabei wurden auch Reste spätromanischer Malerei freigelegt.
Am reichsten sind die drei Joche des Mittelschiffs gestaltet. Man findet Blatt- und
Knospenkapitelle in großer Anzahl. Zu beiden Seiten sind figürliche Konsolen über den
östlichen Schiffspfeilern angebracht. Ähnliche figürliche Kapitelle schmücken auch das
nördliche Seitenschiff. Die Rippen der Seitenschiffgewölbe enden in einem hängenden
Schlussstein. An der Ostwand des nördlichen Querhausarmes ist eine übergroße
Darstellung des Heiligen Christophorus zu sehen. Die ältesten Ausstattungsteile der
Peterskirche dürften die Reste eines Chorgestühls aus der Zeit um 1300 sein.
Grabmäler
Die Peterskirche in Bacharach beherbergt
einige sehenswerte Grabdenkmäler. Besonders hervorzuheben sind die Grabsteine des
Bacharacher Amtmannes und Zollschreibers Meinrad von Schönburg ( 1596) mit
mächtiger Bildnisfigur und das des Forstmeisters Johann Friedrich von Wolfskehl (
1609), ebenfalls mit Bildnisfigur. Sie befinden sich im Querhaus bzw. im südlichen
Seitenschiff.