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Stadtrundgang durch Bacharach am Rhein | Evangelische Peterskirche Bacharach

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Alter Posthof

Bei einem Stadtrundgang durch Bacharach am Rhein trifft man in der Oberstraße links von der
Evangelischen Peterskirche auf einen Gebäudekomplex mit einer ca. 30 m langen Straßenseite, den so genannten Alten Posthof. Er setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen. Im Kern mittelalterlich, ist der heutige Eindruck im Wesentlichen durch Neu- und Umbaumaßnahmen in der Renaissancezeit geprägt.

Restaurant Alter Posthof unterhalb der Ruine der Wernerkapelle bei Bacharach am Rhein.
Restaurant Alter Posthof unterhalb der
Ruine der Wernerkapelle bei Bacharach am Rhein.

Zur Geschichte

Seit 1094 übte das Stift St. Andreas zu Köln die seelsorgerliche Tätigkeit in Bacharach aus. Im 13. oder 14. Jahrhundert ließ das Stift südlich der Peterskirche einen Pfarrhof errichten. Er wurde Sitz für über 25 Geistliche, die Kirchen und Kapellen in Bacharach und einigen Nachbarorten betreuten. Zwischen Pfarrhof und Peterskirche befand sich eine Michaelskapelle. Von dort aus gelangten die Geistlichen über eine steinerne Brücke in die Peterskirche. Die Michaelskapelle existiert heute nicht mehr. Sie fiel 1872 einem Großbrand zum Opfer.

Der bekannteste Bacharacher Kirchherr im Mittelalter war der vielseitig begabte Winand von Steeg (1371 bis 1453). Er machte sich nicht nur einen Namen als Kanzelredner, sondern auch als Frühhumanist, Jurist, Diplomat und Verfasser verschiedener theologischer Schriften. Sein Einsatz für die Heiligsprechung des Knaben Werner blieb trotz einflussreicher Beziehungen allerdings erfolglos. 1421 trat Winand von Steeg für 17 Jahre seine Pfarrstelle in der Großpfarrei Bacharach an, bevor er 1438 Stiftsdekan des Kastorstifts in Koblenz wurde.

Als Eigentümer eines sich unmittelbar an den Pfarrhof anschließenden Hofes bezog er 1431 seinen Besitz durch Schenkung an das Andreasstift in Köln in den Pfarrhof ein. An ihn erinnert noch heute der 2 Jahre später erbaute Winandturm mit Wappen und Inschrift. Der Turm diente ihm als Wohnung und Raum für seine umfangreiche Bibliothek. Wie aus der Inschrift hervorgeht, befand sich im Innern des Turms auch ein Ziehbrunnen.

Nach der Einführung der Reformation gingen die Bacharacher Besitzungen des Kölner Adreasstiftes an Kurpfalz über. Die Geistlichen mussten den Pfarrhof verlassen. Neuer Besitzer des Anwesens wurde 1558 Pfalzgraf Ottheinrich. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte der Pfarrhof Ende des 16. Jahrhunderts an Johann Jacob Kornzweig, der mit einer gewissen Anna Maria Forchunt verheiratet war. Der Familie Kornzweig sind größere Umbaumaßnahmen am alten Gebäude im Renaissancestil und der Neubau des Langgestreckten Renaissancegebäudes zur Straße hin zu verdanken, die das heutige Erscheinungsbild bestimmen.

Entscheidend für die weitere Geschichte des Pfarrhofs war der Erwerb des Anwesens durch Johann Friedrich Wasum und dessen Sohn Franz Christian. Letzterer wurde 1793 Thurn- und Taxis'scher Postverwalter und leitete die fast 200-jährige Postgeschichte des ehemaligen Pfarrhofs ein, der dieser seine heutige Bezeichnung als Alter Posthof verdankt. Der Poststation war rechts vom Toreingang ein Gasthaus angegliedert.

Die französische Besatzungszeit bedeutete zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Ende der Posthoheit der Fürsten von Thurn und Taxis in den linksrheinischen Gebieten und damit auch in Bacharach am Rhein. Die französische Posthoheit wurde nach der Befreiung Bacharachs durch Blüchers Truppen, die in der Neujahrsnacht zum 1. Januar 1814 den Rhein beim nahe gelegenen Kaub überschritten hatten, und nach der Eingliederung des Rheinlandes zu Preußen durch die preußische ersetzt. Für den Postmeister bedeutete dies eine grundlegende Veränderung. War er bisher sozusagen ein Privatunternehmer, so wurde er 1817 als königlich-preußischer Posthalter Beamter.
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Zur Aufgabe eines Postbetriebs im 19. Jahrhundert gehörte nicht allein die Beförderung von Briefen und Paketen, sondern auch die Bereitstellung von Postkutschen und der dafür erforderlichen Pferde. Die Ställe für die Pferde des Posthalters von Bacharach lagen in dem lang gestreckten Frontalbau links der Toreinfahrt an der Oberstraße. Mit dem Ende der Postkutschenzeit in den 1880er Jahren wurden die Ställe entfernt und neue Posträume eingerichtet. 1883 gab die Familie Wasum auch das Gasthaus und die private Brauerei auf, die sich in einem Erkerhaus links im Hof befanden.

1987 endete die lange Geschichte des ehemaligen Pfarrhofs als Posthof. Die neue Poststelle wurde in den Räumen der Volksbank am Holzmarkt eingerichtet. Für den Alten Posthof bedeutete dies, dass mit Renovierungsarbeiten begonnen werden konnte, die im Wesentlichen 1991 abgeschlossen wurden.
Ziel der Arbeiten war die Verwirklichung eines Konzepts für gehobenen Tourismus. In dem zur Bergseite gelegenen Gebäude war das Rheinland-Museum untergebracht, das mit seiner Ausstellung den Wandel der Städte und Landschaften am Rhein zum Inhalt hatte. Der große Postsaal war für kulturelle Begegnungen, Festveranstaltungen und Seminare gedacht. In unmittelbarer Nähe zur Peterskirche lud der Kurpfälzische Biergarten zu einem gemütlichen Umtrunk ein.
Doch bereits 1994 wurde der Posthof für Gäste und Besucher geschlossen. Vorübergehend wurde dann der Posthof von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie in Rheinland-Pfalz betrieben. Aber auch deren Aufenthalt war nur von kurzer Dauer.
Von 1999 bis 2009 wurden die Räume des Anwesens von der Gesellschaft Mensch und Kultur genutzt. Zu den Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten gehörten unter anderem Gastronomie, Informationsmöglichkeiten, touristisch-pädagogische Angebote, Ausstellungen, Verkauf und Seminare.
Seit 2011 befindet sich im Alten Posthof in Bacharach ein Restaurant.

Das Anwesen

Von der Oberstraße in Bacharach am Rhein blickt man auf die lang gezogene, zweigeschossige Fassade des Gebäudeteils, der von der Familie Kornzweig Ende des 16. Jahrhunderts neu errichtet wurde. Sie wird durch reizvoll geschnitzte Fachwerkerker in drei Teile gegliedert. Die ganze Front hat 14 Fensterachsen. Das obere Stockwerk wurde 1689 durch einen Brand zerstört und 1724 wieder aufgebaut. Aufgrund dieser und anderer Veränderungen im Laufe der Zeit präsentiert sich heute das Anwesen in einer Kombination aus Renaissance, Barock und Jugendstil.

Die Toreinfahrt, die mit Ornamenten aus der Renaissancezeit und drei Löwenköpfen versehen ist, wird von den Wappen der Erbauerfamilien Kornzweig und Forchunt geschmückt. Das erste zeigt vier Ähren, von denen eine geknickt ist. Im zweiten erkennt man einen springenden Hund, der die beiden Vorderbeine wie eine Gabel ausstreckt.

Die prächtige Tordurchfahrt führt in den malerischen, von mehreren Häusern mit Giebeln, Erkern und Türmchen umstandenen Hof. Der im Hof aufragende Winandturm mit Brunnenfassung stammt aus dem Jahre 1433. In seinem Innern sind Wandmalereien des Erbauers Winand von Steeg zu sehen. Ein Wandbild zeigt einen Pilger mit Jakobsmschel auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, der einer Köchin ein Geldstück reicht. Dieses Gemälde erinnert daran, dass es schon im 15. Jahrhundert in Hospitälern, klösterlichen Höfen und Pfarrhöfen Übernachtungsmöglichkeiten für Geistliche gab.

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Stand: Donnerstag, 08. Juni 2017